Ich habe einen Knochen getragen!

Heute beim Spaziergang habe ich gleich zu Anfang einen wunderschönes, stinkendes Stück Wirbelsäule gefunden – und die Übersetzerin hat es erst gemerkt, als ich es schon erbeutet hatte.

Ein ordentlicher Mensch hätte mich sofort wieder nach Hause gehen lassen, damit ich dort meinen Knochen zerlegen könnte. Aber nicht meine Übersetzerin: Die hat mich erst herbeigerufen, meine Beute inspiziert, „Igitt!“ gesagt und ist dann weitergelaufen. Da musste ich ja hinterher. Und weil ich ein vorsichtiger und kluger Hund bin, habe ich den Knochen auch nicht irgendwo hingelegt. Nachher wäre er noch weggekommen!

Wir sind gelaufen und gelaufen und gelaufen. Immer, wenn ich mich mal kurz hinlegen wollte, um ein bisschen an meinem Knochen zu nagen, hat sie mich wieder aufgescheucht. Die Übersetzerin ist ein ganz gemeiner Mensch! Echt jetzt!

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Einer der kurzen Momente, in denen ich liegen konnte.

Mehr als fünf Kilometer sind wir durch die Gegend gelatscht!

Glauben Sie wohl, dass so ein Stück Wirbelsäule ganz schön schwer werden kann, wenn hund es durch halb Hessen schleppen muss?

Ich bin ja auch wegen meiner halbjährlichen Hitze gerade nicht ganz so gut in Form und eigentlich auf der Suche nach dem Vater meiner Welpen. Wenn der aber heute gekommen wäre, als ich mit meinem Knochen zu tun hatte, hätte ich den Fortpflanzungstrieb dem Schutz meiner Beute untergeordnet, das ist mal sicher.

Irgendwann waren wir wieder am Gartentörchen angekommen. Und was macht die Übersetzerin? Fotos! Während ich wie doof davorstand und nicht durchkam, weil ich ja meinen Knochen nicht loslassen konnte. IMG_20190131_105001463

Als ich ihn dann endlich sicher im Garten hatte, habe ich mich gemütlich ins Gras gelegt und genüsslich daran genagt. Den Rest habe ich verbuddelt; nicht dass Luna oder meine Leute auf die Idee kommen, ihn mir doch noch abzujagen. Blöderweise weiß ich jetzt nicht mehr, wo…

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Hab‘ schon überall gesucht, als ich vorhin noch einmal draußen war.

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkung der Übersetzerin: Ja, ich habe die „arme“ Frieda quer durch die Feldmark gejagt! Dafür hatte ich aber gute, weil pädagogische Gründe. Ich wollte ihr einerseits ihre Beute nicht abnehmen, aber andererseits sicherstellen, dass sie auch unter erschwerten Bedingungen bei mir bleibt. Frieda, nicht die Beute. Und selbstverständlich habe ich genau nachgesehen, ob es sich auch wirklich um einen Knochen und nicht um irgendeinen Giftköder handelt.

Bin gespannt, ob Frieda das Ding wiederfindet. Eben hat sie jedenfalls stattdessen einen alten Schuh ausgebuddelt…

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